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Hoher Adel
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Hoher Adel oder Hochadel bezeichnet in der Regel die Adelsgeschlechter zumindest fĂŒrstlichen Ranges (im weiteren Sinne des Begriffes FĂŒrst). Der Hohe Adel ist jedoch kein einheitlich definierter Begriff und unterscheidet sich daher in den einzelnen europĂ€ischen LĂ€ndern zum Teil erheblich.
Contents
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
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Deutscher Hochadel
Hoher Adel war in den deutschen LĂ€ndern bis 1918 ein rechtlicher Begriff und beruhte auf der Deutschen Bundesakte vom 8. Juni 1815 sowie weiteren BeschlĂŒssen des Deutschen Bundes. Die Bestimmung in der Bundesakte ging ihrerseits auf die frĂŒhere Reichsstandschaft derjenigen AdelshĂ€user zurĂŒck, die im 1806 untergegangenen Heiligen Römischen Reich deutscher Nation die Landeshoheit ĂŒber reichsunmittelbare Territorien innehatten. Damit verbunden war die Reichsstandschaft, also Sitz und Stimme im ReichsfĂŒrstenrat des Reichstags. Zum Hohen Adel (Hochadel) zĂ€hlten demnach regierende, ehemals regierende sowie standesherrliche Adelsgeschlechter.
Im Gothaischen Hofkalender (kurz âGothaâ genannt), der von 1763 bis 1944 erschien und anschlieĂend durch das Genealogische Handbuch des Adels (von 1951 bis 2015) sowie seit 2015 durch das Gothaische Genealogische Handbuch fortgefĂŒhrt wird, werden in der Bandreihe FĂŒrstliche HĂ€user
1. alle regierenden (heute zum Teil ehemals regierenden) europĂ€ischen SouverĂ€ne als âPremiĂšre Partie â GĂ©nĂ©alogie des Maisons Souverainesâ (Erste Abteilung) und
2. die mediatisierten fĂŒrstlichen HĂ€user des Heiligen Römischen Reiches als âDeuxiĂšme Partie â GĂ©nĂ©alogie des Maisons seigneuriales mĂ©diatisĂ©es en Allemagne qui ont les droits dâĂ©galitĂ© de naissance avec les maisons souverainesâ (Zweite Abteilung) gefĂŒhrt. Diese besaĂen gemÀà der Deutschen Bundesakte die EbenbĂŒrtigkeit mit den HĂ€usern der Ersten Abteilung, da auch sie einst â innerhalb des lockeren Reichsverbandes â souverĂ€n regiert hatten.
3. Alle ĂŒbrigen Herzöge und FĂŒrsten in Europa sind in die âTroisiĂšme Partieâ (Dritte Abteilung) eingeordnet. Diese HĂ€user, gelegentlich auch als TitularfĂŒrsten bzw. Titularherzöge bezeichnet, gehörten oft zu den ersten Familien ihrer LĂ€nder, waren reich und einflussreich, regierten aber kein eigenes Territorium, sondern unterstanden einem Landesherrn. BezĂŒglich dieser Kategorie ist in den einzelnen Hausgesetzen des jeweils höherrangigen Hauses die EbenbĂŒrtigkeit geregelt.
In der âErsten Abteilungâ der Bandreihe FĂŒrstliche HĂ€user des Gotha sind die bis heute regierenden sowie die vormals regierenden europĂ€ischen Monarchenfamilien aufgefĂŒhrt, darunter auch die regierenden SouverĂ€ne des Deutschen Bundes (ab 1871 des Deutschen Kaiserreiches) sowie der Ăsterreich-Ungarischen Monarchie, also die beiden KaiserhĂ€user Hohenzollern (zugleich Könige von PreuĂen) und Habsburg-Lothringen (zugleich Könige von Ungarn, Böhmen, Galizien-Lodomerien und Kroatien-Slawonien) sowie die vier weiteren KönigshĂ€user (Bayern, WĂŒrttemberg, Sachsen, Hannover) und die bis 1918 in Deutschland regierenden groĂherzoglichen, herzoglichen und fĂŒrstlichen HĂ€user (die sogenannten BundesfĂŒrsten).
In der Rangfolge nach ihnen kommt die âZweite Abteilungâ der fĂŒrstlichen HĂ€user, in der sich die Genealogien derjenigen Familien befinden, die in den deutschen und den fremdsprachigencite-ref-1[1] Gebieten des Heiligen Römischen Reiches als weltliche KleinsouverĂ€ne (Herzöge, ReichsfĂŒrsten und gefĂŒrstete Reichsgrafen) regierten und die im Zuge der Auflösung des Alten Reiches zwischen 1803 (Reichsdeputationshauptschluss), 1806 (Ende des Reichs) und 1815 (Wiener Kongress) durch Mediatisierung ihre staatliche UnabhĂ€ngigkeit verloren. Da die HĂ€user der Zweiten Abteilung ihren Status einem bisher einmaligen historischen Vorgang verdanken, gilt die Zweite Abteilung als abgeschlossen.
Das Kriterium der Mediatisierung um 1806 stellt fĂŒr die einst reichsunmittelbaren HĂ€user natĂŒrlich nur eine Momentaufnahme des frĂŒhen 19. Jahrhunderts dar, da viele dieser Dynastengeschlechter schon in frĂŒherer Zeit erloschen sindcite-ref-2[2] oder auch seit 1815. Andere haben ihre Reichsstandschaft schon vor der Ăra der Mediatisierung an benachbarte GroĂterritorien verloren oder durch Verkauf ihrer reichsstĂ€ndischen Herrschaften aufgegeben.cite-ref-3[3] Schon im Mittelalter gab es zahlreiche reichsunmittelbare Grafschaften, Baronien und Herrschaften, die nach der damaligen rechtlichen Gliederung dem vierten Heerschild angehörten (den dritten bildeten die ReichsfĂŒrsten, den fĂŒnften die Ministerialen). FĂŒr die Zuordnung mittelalterlicher Geschlechter, die oft bereits frĂŒh erloschen sind, in die jeweiligen Heerschilde verwenden Historiker Indizien wie den Umfang der jeweiligen Herrschaften, die Teilnahme an Turnieren bestimmter Familien, den Zusammenhang von Nennungen in Urkunden sowie das Konnubium mit anderen Familien und damit die EbenbĂŒrtigkeit. Den âregierendenâ Grafen und Herren gelang jedoch erst mit der Erlangung von Sitz und Stimme im Reichstag ab 1495 die institutionelle Festigung ihres Status, sodass man erst danach von einer Reichsstandschaft dieser HĂ€user spricht. Diejenigen reichsunmittelbaren Geschlechter, deren Herrschaften fĂŒr die Aufnahme in den Reichstag zu klein waren, schlossen sich daraufhin als Reichsritterschaft zusammen. Der Grafentitel wurde in spĂ€terer Zeit vom Reichsoberhaupt auch sehr hĂ€ufig an adlige Familien verliehen, die nicht reichsstĂ€ndisch waren; die allermeisten grĂ€flichen HĂ€user zĂ€hlen daher auch nicht zum Hochadel (und nach 1815 nicht zu den Standesherren mit fĂŒrstlichem Rang), sondern â wie die Freiherren und der unbetitelte Adel â zum niederen Adel. Zu ihm zĂ€hlten auch die â zwar reichsunmittelbaren, aber eben nicht reichsstĂ€ndischen â Reichsritter.
Die Zuordnung der (zu keinem Zeitpunkt regierenden) europĂ€ischen TitularfĂŒrsten und -herzöge zum hohen (oder niederen) Adel ist nicht ganz eindeutig zu treffen. Allgemeiner Anschauung (und auch der Aufnahme in dieselben BĂ€nde des Gotha, die âFĂŒrstlichen HĂ€userâ) entspricht es wohl am ehesten, diese HĂ€user als âEuropĂ€ischen Hochadel (dritter Abteilung)â zu bezeichnen. Der Begriff âHochadelâ wird allerdings nur in der deutschen Sprache verwendet und hat in den meisten anderen europĂ€ischen Sprachen keine direkte Parallele, da dort zumeist nur zwischen souverĂ€nen (bzw. vormals souverĂ€nen) HĂ€usern sowie AdelshĂ€usern diverser RĂ€nge unterschieden wird. Jedoch waren auch die deutschen Hofrangordnungen insoweit nicht eindeutig, so ging beispielsweise gemÀà dem PreuĂischen Hofrangreglement von 1878 am preuĂischen Hof im Zweiten Deutschen Kaiserreich ein TitularfĂŒrst der Dritten Abteilung einem Grafen der Zweiten Abteilung rangmĂ€Ăig vor, obgleich er nicht die EbenbĂŒrtigkeit mit den deutschen HĂ€usern der Ersten Abteilung besaĂ.
Auch der Gotha behandelte die Frage widersprĂŒchlich: Dort wurden ab 1841 die mediatisierten Grafen als eigene Abteilung III der âFĂŒrstlichen HĂ€userâ gefĂŒhrt, wĂ€hrend die mediatisierten deutschen FĂŒrsten, zusammen mit den deutschen und europĂ€ischen TitularfĂŒrsten und -herzögen, die Abteilung II bildeten. Nach der deutschen ReichsgrĂŒndung wurden dann ab 1877 die mediatisierten deutschen FĂŒrsten und Grafen, also die einst im âAlten Reichâ regierenden HĂ€user der âdeutschen Standesherrenâ, als Abteilung II zusammengefasst, um ihre reichsrechtliche Bedeutung hervorzuheben, wĂ€hrend die deutschen sowie die auslĂ€ndischen TitularfĂŒrsten in Abteilung III verschoben wurden. Die BegrĂŒndung dafĂŒr â die durch die Deutsche Bundesakte festgestellte EbenbĂŒrtigkeit der âgefĂŒrstetenâ Grafen mit den (deutschen) regierenden HĂ€usern â wurde bisweilen als âdeutsch-zentrischâ kritisiert. Auch wurde bemĂ€ngelt, dass die reichsunmittelbaren Grafen im Alten Reich weder den deutschen noch den europĂ€ischen KönigshĂ€usern als ebenbĂŒrtig gegolten hĂ€tten und in ihrem historischen Rang auch hinter vielen der europĂ€ischen TitularfĂŒrstenhĂ€user zurĂŒckstĂŒnden.cite-ref-4[4] Die Titel der mediatisierten HĂ€user wurden denn auch hĂ€ufig zum Ausgleich fĂŒr den Verlust der SouverĂ€nitĂ€t um eine Rangstufe erhöht, aus vormals regierenden Grafen wurden dann TitularfĂŒrsten. Gleichwohl wurde die 1877 getroffene Einteilung des hohen Adels in die drei so zusammengestellten Abteilungen, auch im Genealogischen Handbuch des Adels und im aktuellen Gothaischen Genealogischen Handbuch, bis heute beibehalten.
In die Dritte Abteilung können all jene Familien neu aufgenommen werden, denen ein FĂŒrsten- oder Herzogstitel neu verliehen wurde. Dabei ist unwesentlich, ob der Titel stets nur von einer Person getragen wird und erst mit dem Tode an den Erben ĂŒbergeht oder ob alle Familienmitglieder denselben Titel tragen (wie etwa bei russischen FĂŒrsten oder im Haus Wrede).
Neben der Unterscheidung von hohem und niederem Adel gibt es noch das Begriffspaar Uradel â Briefadel, welches nicht auf den Rang, sondern auf das Alter des Adelsstandes abstellt (wobei das entscheidende Kriterium die Standeszugehörigkeit durch RitterbĂŒrtigkeit bereits im Mittelalter oder durch Adelsbrief erst in der Neuzeit ist). Nur wenige Hochadelsgeschlechter gehören dem Briefadel an.cite-ref-5[5]
Heraldisch erkennbar ist der Rang einer Familie durch die Rangkrone, die sie ĂŒber ihrem Wappen fĂŒhrt und bei hochadeligen Familien zusĂ€tzlich durch den Wappenmantel. Ebenso sind fĂŒr die RĂ€nge unterschiedliche Anreden gebrĂ€uchlich: MajestĂ€t fĂŒr Kaiser und Könige, Hoheit mit oder ohne ZusĂ€tze (âKaiserlicheâ, âKöniglicheâ, âGroĂherzoglicheâ) fĂŒr die ĂŒbrigen Mitglieder regierender HĂ€user, Durchlaucht fĂŒr FĂŒrsten, Erlaucht fĂŒr gefĂŒrstete Grafen. Voraussetzung zur Zugehörigkeit dieser HĂ€user war nach den Hausgesetzen in aller Regel die Abstammung von einem dem Hause angehörenden Vater aus ebenbĂŒrtiger â also nicht morganatischer â Ehe. Eine weitere Besonderheit des Hochadels ist die Stellung eines jeweiligen Chefs des Hauses als Familienoberhaupt, die auch bei den nicht (mehr) regierenden HĂ€usern den hausgesetzmĂ€Ăigen Thronfolgeregelungen folgt und ihren Ursprung in der einstigen Regierungsgewalt des SouverĂ€ns hat.cite-ref-6[6] Sofern dem Haus-Chef oder seinem voraussichtlichen Nachfolger historisch ein Erstgeburtstitel (beispielsweise FĂŒrst oder Erbprinz) zustand, wird dieser vom heutigen amtlichen Familiennamen hĂ€ufigcite-ref-7[7] abweichende Titel in der Ăffentlichkeit und im gesellschaftlichen Verkehr meist noch verwendet. In Monarchien â und damit generell im Hohen Adel â spiel(t)en das Hofzeremoniell und die Protokollarische Rangordnung ĂŒber Jahrhunderte herausgehobene Rollen.cite-ref-8[8] Höfisch geprĂ€gte Kleiderordnungen (mit auf Einladungskarten vorgeschriebenen KleidungsstĂŒcken wie Frack mit Orden und Ehrenzeichen samt OrdensschĂ€rpen oder Uniform, Smoking, Cutaway, auch Abendkleidern mit Diadem) sind nicht nur im Hohen Adel bis heute ĂŒblich. Weitere EigentĂŒmlichkeiten sind das Tragen (und Verleihen) der Hausorden oder besonderer KleidungsstĂŒcke wie der Witwenschneppe.
Das SelbstverstĂ€ndnis regierender oder vormals regierender KönigshĂ€user, nicht Teil des Adelsstandes zu sein, sondern ĂŒber allen StĂ€nden zu stehencite-ref-9[9] (âwir sind nicht adelig, wir adelnâŠâ) und damit das gesamte Volk zu reprĂ€sentieren, kommt etwa in den Memoiren Franz von Bayerns zum Ausdruck: âWir mĂŒssen immer fĂŒr alle da sein. Das klingt jetzt ein bisschen groĂspurig, aber es ist ein GrundverstĂ€ndnis, und wenn man das aufgibt, lĂ€uft man Gefahr, zum Interessenvertreter von Gruppierungen zu werden⊠Wenn jemand sagt: Du gehörst doch zum Adel, widerspreche ich, da der Adel genauso eine Gruppe des bayerischen Volkes ist wie die Bauern, die Handwerker, die Beamten und alle anderen auch. Wenn ich das Haus Wittelsbach vertrete, muss ich fĂŒr alle in gleicher Weise da sein.âcite-ref-10[10]
Ăsterreichischer und böhmischer Hochadel
Der Ăsterreichische Adel und der Böhmische Adel unterlagen bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 denselben Regeln wie der Adel in anderen Teilstaaten des Alten Reichs. Dadurch, dass die römisch-deutschen Kaiser seit Albrecht II. fast immer dem Haus Habsburg angehörten und in Wien oder Prag residierten, erhielt der Adel der habsburgischen Erblande allerdings mehr Rangerhöhungen (Freiherren, Grafen, FĂŒrsten) als der Adel in anderen Teilen des Reichs. Innerhalb der Habsburgermonarchie konnten deren Herrscher darĂŒber hinaus, in ihrer Eigenschaft als Regenten ihrer Erblande, insbesondere als Könige von Böhmen und Ungarn, statt der Reichstitel auch erblĂ€ndisch-österreichische, königlich böhmische bzw. ungarische Titel verleihen; hĂ€ufig wurden die Titel sowohl fĂŒrs Reich als auch fĂŒr eines der Erblande erteilt. Ein vom Kaiser erteilter ReichsfĂŒrstentitel fĂŒhrte allerdings nicht zur Reichsstandschaft (mit Sitz und Stimme im Reichstag), da dieser Status an den Besitz eines reichsstĂ€ndischen Territoriums gebunden war. Solche standen allerdings in den Erblanden selbst nicht zur VerfĂŒgung, da es in diesen, zumindest in der SpĂ€tzeit, keine reichsunmittelbaren Exklaven mehr gab, weil die Habsburger sie sĂ€mtlich an sich gebracht hatten. Daher mussten sich gefĂŒrstete Familien der Erblande anderswo um den Erwerb von Territorien mit solchem Status umsehen, wobei sie oft in den territorial zersplitterten Regionen Frankens und Schwabens fĂŒndig wurden und bei Aussterben oder Geldnot dortiger reichsstĂ€ndischer Familien zugriffen; die Ăbertragung eines solchen Fahnlehens durch den Kaiser war dann nur noch eine (allerdings kostspielige) Formalie. Manche FĂŒrstenhĂ€user brachten es jedoch nie zur Reichsunmittelbarkeit.
Nach dem Ende des Reichs 1806 erfolgten die Verleihungen dann im Kaisertum Ăsterreich und schlieĂlich in Ăsterreich-Ungarn rein erblĂ€ndisch. Es wurde allerdings 1861, als Ersatz fĂŒr den Reichstag des Alten Reiches sowie des nachfolgenden Bundestages des Deutschen Bundes, im Zuge konstitutioneller ZugestĂ€ndnisse der Reichsrat geschaffen, der nach dem Zweikammersystem strukturiert war (Herrenhaus und von den Landtagen beschickte Abgeordnetenkammer). Nach dem Ausgleich mit Ungarn 1867 erhielten die LĂ€nder der Stephanskrone SouverĂ€nitĂ€t in der Innenpolitik und einen eigenen Reichstag, wĂ€hrend der Ăsterreichische Reichsrat auf Cisleithanien beschrĂ€nkt wurde. Dessen Oberhaus war das Ăsterreichische Herrenhaus. In diesem hatten (zuletzt) 106 Familien in genau festgelegter Rangfolge einen erblichen Sitz inne, den die jeweiligen Majoratsbesitzer als OberhĂ€upter der betreffenden Familien (oder Familienlinien) einnahmen. Diese Familien wurden nun als âösterreichischer Hochadelâ bezeichnet, obwohl (neben Angehörigen aller drei Abteilungen des Gothaischen Hofkalenders sowie den geistlichen FĂŒrsten) auch zahlreiche âeinfacheâ grĂ€fliche und sogar freiherrliche HĂ€user erblich im Herrenhaus saĂen, die in keiner der drei fĂŒrstlichen Abteilungen, sondern vielmehr in den gothaischen Taschenbuchreihen âgrĂ€fliche HĂ€userâ oder âfreiherrliche HĂ€userâ gefĂŒhrt wurden und werden, also nach âgothaischemâ VerstĂ€ndnis keineswegs dem Hochadel angehören. Der Rechtsbegriff âösterreichischer Hochadelâ hat also eine spezielle Bedeutung und deckt sich nicht mit dem oben dargestellten Begriff âHoher Adelâ.
Ăhnliches gilt fĂŒr die âFreien Standesherrenâ in Schlesien und den Lausitzen, wo ein ursprĂŒnglich durch die (habsburgische) böhmische Krone begrĂŒndeter Sonderstatus bestimmter Gutsherrschaften in preuĂischer Zeit zu Sonderrechten fĂŒhrte, jedoch ebenfalls nicht die Zugehörigkeit zu den ReichsstĂ€nden und damit im 19. Jahrhundert auch nicht zu den âStandesherren des Deutschen Bundesâ und damit zum Hochadel begrĂŒndete.
Hochadelsgeschlechter in anderen europÀischen LÀndern
Im französischen Adel gab es keine Adelsmatrikel (was nicht selten fragwĂŒrdige Selbstnobilitierungen oder Rangerhöhungen zur Folge hatte) und wegen der seit dem Hochmittelalter bestehenden Einheitsmonarchie naturgemÀà auch keine der Reichsunmittelbarkeit entsprechende SouverĂ€nitĂ€tsstellung einzelner Familien; die Rangunterschiede im mittelalterlichen Uradel, der gemeinsam mit dem neuzeitlichen Briefadel spĂ€ter in einem einheitlichen Hof- und Titularadel aufging, waren dort folglich einerseits umstrittener, andererseits aber auch deutlich weniger ausgeprĂ€gt als im Heiligen Römischen Reich (was sich auch an der durchgĂ€ngigen Anrede âMonsieur de âŠâ oder âMadame de âŠâ ohne weitere ErwĂ€hnung des Rangtitels zeigt, die vom einfachen Ritter bis zum Herzog innerhalb des französischen Adels bis heute gebrĂ€uchlich ist); dennoch wird man die französischen Herzogs- und FĂŒrstenhĂ€user (zweifellos die Pairs von Frankreich) dem EuropĂ€ischen Hochadel (dritter Abteilung) zurechnen, wĂ€hrend Marquis, Graf, Vicomte, Baron und Chevalier zum niederen Adel zĂ€hlen. Entsprechendes gilt fĂŒr den Italienischen Adel, den Spanischen Adel oder den Russischen Adel. Der Skandinavische Adel kennt â auĂer den dort regierenden KönigshĂ€usern â keinen Hochadel.cite-ref-11[11] In Polen betrachtete sich die Szlachta, die Gesamtheit des polnischen Adels, als grundsĂ€tzlich gleichrangig; nur widerwillig und ohne EinrĂ€umung formeller Vorrechte gestand sie dem â faktisch vorhandenen â Hochadel, nĂ€mlich den reichen, zumeist litauischen Dynastengeschlechtern, ab 1569 die FĂŒhrung auslĂ€ndischer FĂŒrstentitel zu, dem eigenen Wahlkönig jedoch nicht die Verleihung von Titeln. Völlig anders wiederum sind die VerhĂ€ltnisse im Britischen Adel, wo die sogenannten Peers (in genauer Rangfolge) dem dortigen âhohen Adelâ zugerechnet werden, nicht aber die Kinder und die jĂŒngeren Linien dieser Familien. Die herzoglichen TiteltrĂ€ger in England, Schottland und Irland (aufgelistet in der Kategorie:Duke) sind dem EuropĂ€ischen Hochadel (dritter Abteilung) zuzurechnen, wĂ€hrend die niedrigeren PeersrĂ€nge, analog dem zu Frankreich Gesagten, nach âgothaischemâ MaĂstab nicht dazugehören. Das letzte erbliche âDukedomâ (im Unterschied zu âDuchyâ, dem Territorium eines regierenden Herzogs) wurde 1889 dem Duke of Fife verliehen, seither nur noch Mitgliedern des Königshauses. In Spanien werden bis heute erbliche Herzogstitel verliehen, etwa an verdiente Politiker, so 1981 an Adolfo SuĂĄrez.
Der Papst ist ein regierender europĂ€ischer Monarch (bis 1870 im Kirchenstaat, seit 1929 in der Vatikanstadt), wenn auch in einer Wahlmonarchie (wie einst die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs oder die polnischen Könige) und daher auch in der I. Abteilung der Bandreihe FĂŒrstliche HĂ€user seit jeher mit eigenem Artikel aufgefĂŒhrt. Als KirchenfĂŒrsten hingegen bezeichnete man im Heiligen Römischen Reich die regierenden geistlichen FĂŒrsten und ferner bis heute die KardinĂ€le, zu denen im Gotha eine ErlĂ€uterung ĂŒber den Geistlichen FĂŒrstenstand enthalten ist, die jedoch dort nicht namentlich gelistet sind. Die PĂ€pste schufen sich ihren eigenen pĂ€pstlichen Adel, aus dem sie hĂ€ufig selbst hervorgingen.
SouverÀne HÀuser Europas (Erste Abteilung)
Zu den regierenden oder vormals regierenden europĂ€ischen Monarchen zĂ€hlen die folgenden Dynastien. Die Familiennamen der regierenden HĂ€user sind in Klammern gesetzt, (â ) bedeutet, die SouverĂ€nitĂ€t als Staatsoberhaupt ist erloschen, (â â ) das Haus ist im Mannesstamm erloschen.
âą Anhalt (Askanier) â
âą Baden (Haus Baden) â
âą Bayern (Wittelsbacher) â
âą Belgien (Wettiner der Linie Haus Sachsen-Coburg und Gotha)
âą Bonaparte â
âą Bourbon (Kapetinger)
SouverĂ€nitĂ€t erloschen in Frankreich: 1830 (Haus Bourbon); 1848 (âJulimonarchieâ des Hauses OrlĂ©ans); Bourbon-Sizilien im Königreich beider Sizilien: 1860; Bourbon-Parma im Herzogtum Parma: 1860 (durch Heirat wiederhergestellt 1964 in Luxemburg); Bourbon-Anjou in Spanien: 1870â1874, wiederhergestellt 1874â1931; erneuter Verlust: 1931â1975; wiederhergestellt 1975; Haus OrlĂ©ans-Braganza: seit 1891 ThronprĂ€tendenten des Kaiserreichs Brasilien â 1889
âą Braunschweig-LĂŒneburg und Hannover (Welfen) â
âą Bulgarien (Wettiner der Linie Haus Sachsen-Coburg und Gotha) â
âą DĂ€nemark (Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-GlĂŒcksburg)
âą GroĂbritannien und Nordirland (Wettiner der Linie Haus Sachsen-Coburg und Gotha bis 1917, danach Umbenennung in Haus Windsor)
âą Griechenland (Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-GlĂŒcksburg) â
âą Holstein (Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg â â , Schleswig-Holstein-Sonderburg-GlĂŒcksburg â )
âą Italien (Haus Savoyen-Carignan) â
âą Jugoslawien (Serbien, Haus KaraÄorÄeviÄ) â
âą Liechtenstein (Haus Liechtenstein)
âą Lippe (Haus Lippe) â
âą Luxemburg (Haus Nassau)
âą Niederlande (Haus Oranien-Nassau)
âą Monaco (Haus Grimaldi)
âą Montenegro (Haus Njegosch) â
âą Norwegen (Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-GlĂŒcksburg)
âą Oldenburg (Haus Oldenburg) â
âą Ăsterreich-Ungarn (Haus Habsburg-Lothringen) â
âą Papst
âą Portugal (Haus Braganza von 1640 bis 1853, Haus Sachsen-Coburg und Gotha von 1853 bis 1910) â
âą PreuĂen sowie Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen (Haus Hohenzollern) â
âą Reuà À.L.und j.L. (Haus ReuĂ) â
âą RumĂ€nien (Haus Hohenzollern-Sigmaringen) â
âą Russland (Haus Romanow-Holstein-Gottorp) â
âą Sachsen (Ernestinisches Haus) (Wettiner der thĂŒringischen Linien Sachsen-Coburg und Gotha, Sachsen-Weimar, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg) â
âą Königreich Sachsen (Albertinisches Haus) (Wettiner) â
âą Schaumburg-Lippe (Haus Schaumburg-Lippe) â
âą Schwarzburg (Haus Schwarzburg) â â
âą Schweden (Haus Bernadotte)
âą Waldeck (Haus Waldeck) â
âą WĂŒrttemberg (Haus WĂŒrttemberg) â
Mediatisierte HÀuser des Heiligen Römischen Reichs (Zweite Abteilung)
Zur Zweiten Abteilung zĂ€hlen diejenigen Geschlechter, die im Heiligen Römischen Reich die Landeshoheit in kleineren Territorien ausĂŒbten, somit reichsunmittelbar waren und Sitz und Stimme im ReichsfĂŒrstenrat des Reichstags innehatten (Reichsstandschaft).cite-ref-12[12] Sie wurden gegen Ende des Alten Reiches um 1806 mediatisiert, verloren somit ihre SouverĂ€nitĂ€t an gröĂere, meist benachbarte Territorien, behielten jedoch ihre Titel, ihren Besitz,cite-ref-13[13] einige standesherrliche Sonderrechte und gemÀà der Deutschen Bundesakte auch die EbenbĂŒrtigkeit mit den weiter regierenden HĂ€usern der Ersten Abteilung. Die jeweiligen Chefs der noch existierenden standesherrlichen Familien sind seit 1864 bis heute Mitglieder im Verein der deutschen Standesherren.cite-ref-14[14] Dessen PrĂ€sident ist seit 2016 Maximilian Prinz zu Bentheim-Tecklenburg.
GesamthĂ€user sind in der Regel in einem gemeinsamen Wikipedia-Artikel zusammengefasst (ebenso im Gotha), viele von ihnen haben jedoch mehrere Linien, Ăste und Zweige gebildet, die im Heiligen Römischen Reich jeweils eigene Territorien regierten (mit dem jeweiligen Inhaber des FĂŒrsten- oder Grafentitels als eigenem âChef des Hausesâ) und deren Standesherrlichkeit daher von ihrer jeweils eigenen Rechtsstellung im Alten Reich abhing. Die noch heute bestehenden (oder zuletzt regierenden) Linien sind hier in Klammern hinzugesetzt, wĂ€hrend zahlreiche abgestorbene Linien und Zweige nicht einzeln aufgefĂŒhrt sind.
(â ) bedeutet: Das Geschlecht ist im Mannesstamm erloschen.
âą Arenberg
âą Aspremont-Lynden
âą Auersperg
âą Bentinck
âą Bretzenheim â 1863
âą Castell (Castell-Castell und Castell-RĂŒdenhausen)
âą CroĂż-DĂŒlmen
âą Dietrichstein â 1864
âą Erbach (Erbach-Erbach, Erbach-FĂŒrstenau, Erbach-Schönberg)
âą FĂŒrstenberg
⹠Fugger (Fugger-Babenhausen, Fugger-Glött, Fugger-Kirchberg)
âą Giech â 1938
âą Harrach
âą Hatzfeldt-Wildenburg â 1941 (Hatzfeldt-Trachenberg: III. Abt.)
âą Hohenlohe (Hohenlohe-(Ingelfingen)-Oehringen-(Neuenstein), Hohenlohe-Langenburg, Hohenlohe-Kirchberg â 1861, Hohenlohe-Waldenburg, Hohenlohe-Bartenstein, Hohenlohe-Jagstberg, Hohenlohe-Waldenburg-SchillingsfĂŒrst, Ratibor und Corvey)
âą Isenburg (Isenburg-Birstein, Ysenburg-BĂŒdingen, Isenburg-Philippseich)
âą Kaunitz-Rietberg â 1897
âą Kuefstein
âą Leiningen (Leiningen-Amorbach, Leiningen-Westerburg-Altleiningen â 1929, Leiningen-Westerburg-Neuleiningen â 1941, Leiningen-Billigheim â 1925, Leiningen-Heidesheim-Neudenau â 1910)
âą Leyen â 1971
âą Limburg-Styrumcite-ref-15[15]
âą Lobkowicz
⹠Löwenstein-Wertheim (Löwenstein-Wertheim-Freudenberg und Löwenstein-Wertheim-Rosenberg)
âą Looz-Corswarem
âą Metternich-Winneburg â 1992
âą Neipperg
âą Oettingen (Oettingen-Spielberg und Oettingen-Wallerstein)
âą Orsini-Rosenberg
âą Ortenburg
âą Ostein â 1809
âą Pappenheim
âą PĂŒckler-Limpurg â 1957
âą Quadt zu Wykradt und Isny
⹠Rechberg-Rothenlöwen
âą Salm (Salm-Salm, Salm-Kyrburg â , Salm-Horstmar, Salm-Reifferscheidt-Dyck â , Salm-Reifferscheidt-Krautheim â , Salm-Reifferscheidt-Raitz)
âą Sayn-Wittgenstein (Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Sayn-Wittgenstein-Sayn)
âą Schaesberg
⹠Schönborn (Schönborn-Wiesentheid, Schönborn-Buchheim)
⹠Schönburg (Schönburg-Waldenburg, Schönburg-Hartenstein, Schönburg-Glauchau)
âą Schwarzenberg
âą Sickingen â
âą Sinzendorf â 1822
⹠Solms (Solms-Braunfels, Solms-Hohensolms-Lich, Solms-Laubach, Solms-Baruth, Solms-Rödelheim-Assenheim, Solms-Wildenfels)
âą Stadion (Stadion-Warthausen â 1890, Stadion-Thannhausen â 1908)
âą Starhemberg
âą Sternberg-Manderscheidcite-ref-16[16] â 1835 (in reichsfĂŒrstlicher Linie)
âą Stolberg (Stolberg-Stolberg, Stolberg-RoĂla â 1982, Stolberg-Wernigerode)
âą Thurn und Taxis
âą Trauttmansdorff
âą Waldburg (Waldburg-Wolfegg-Waldsee, Waldburg-Zeil-Trauchburg, Waldburg-Zeil-Wurzach â , Waldburg-Zeil-Hohenems)
âą Waldeck-Limpurg: siehe Bentinck
âą Wartenberg-Roth â 1818
âą Wied
âą Windisch-Graetz
âą Ysenburg: siehe Isenburg
EuropĂ€ische TitularfĂŒrsten und -herzöge (Dritte Abteilung)
Die HĂ€user der Dritten Abteilung regierten kein eigenes, souverĂ€nes Territorium (mit wenigen Ausnahmencite-ref-18[18]), sondern unterstanden einem Landesherrn, von dem sie den Titel eines Herzogs oder FĂŒrsten verliehen bekamen. Zu den bis heute blĂŒhenden â oder in jĂŒngerer Zeit im Mannesstamme oder in fĂŒrstlicher Linie erloschenen (â ) â titularfĂŒrstlichen HĂ€usern Europas zĂ€hlen im Wesentlichen die folgenden Geschlechter:
âą Abaschidse (Abashidze)
âą Hamilton (Duke of Abercorn)
âą Junot (Duc dâAbrantĂšs) (â 1982)
âą Acquaviva dâAragona (Herzog von Atri) (â 1972)
âą Chico de GuzmĂĄn y GirĂłn (Duque de Ahumada)
âą Fitz-James Stuart (Herzog von Alba, Herzog von Berwick-upon-Tweed, Herzog von HĂjar, Herzog von Liria und JĂ©rica, Duque de Aliaga y Castellot, Duque de AlmazĂĄn, Duque de Arjona, Duque de HuĂ©scar, Duque de Montoro, Duque de Olivares, Duque de Peñaranda de Duero, Duque de la Roca)
âą Costa de Sousa de Macedo (Duque de Albuquerque)
âą Osorio (Herzog von Alburquerque, Duque de Algete)
âą Aldobrandini (des Stammes Borghese)
âą LĂłpez de Carrizosa (Duque de Algeciras)
âą Alliata
âą Martorell (Duque de Almenara Alta, Duque de Escalona)
âą Hoyos (Duque de AlmodĂłvar del RĂo)
âą Martel (Duque de AlmodĂłvar del Valle)
âą Altieri (â 1955)
âą Ălvarez de Toledo (Herzog von Medina-Sidonia, Duque de Zaragoza)
âą Seoane (Duque de Amalfi)
âą Roca de Togores (Duque de AndrĂa)
âą Andronikaschwili (Andronikov)
âą Walford (Duque de Ansola)
âą Antici Mattei (Duca di Giove) (â )
âą dâAquino (Principe di San Severo e di Castelnuovo, Duca di Torremaggiore)
âą FalcĂł (Duque del Arco)
âą SolĂs-Beaumont (Herzog von Arcos)
âą Ardore
⹠Lojendio y Pardo (Duque de Arévalo del Rey)
âą Campbell (Duke of Argyll)
âą Murray (Duke of Atholl)
âą Davout (Duc dâAuerstĂ€dt)
âą Audiffret-Pasquier
âą dâAvalos dâAquino
âą Avaray de Beziade
âą Carvajal (Duque de Aveyro)
âą Ruiz de Arana (Duque de Baena)
âą Bagration (Georgische Bagratiden)
⹠Cavero de Carondelet (Duque de Bailén)
âą del Balzo (Duca di Presenzano, Duca di Caprigliano)
âą Barberini-Colonna (von 1728, â 1893)
âą Barberini-Colonna-Sacchetti (von 1893) (Principe di Palestrina)
âą Da Barbiano (Principe di Belgiojoso) (â 1944)
âą Barclay de Tolly (â 1871)
âą Barclay de Tolly-Weymarn (â 1964)
âą Barjatinski
âą Battenberg (Mountbatten)
âą BatthyĂĄny-Strattmann
âą Bauffremont
âą Somerset (Duke of Beaufort)
âą Beaufort-Spontin
âą Beauvau-Craon (Prince de Beauvau, Prince de Craon)
âą Russell (Duke of Bedford)
⹠Alcåntara Roca de Togores (Duque de Béjar)
âą Ravaschieri Fieschi Pinelli Granito Pignatelli (FĂŒrst von Belmonte)
âą Bernadotte af Wisborg
âą Berthier (Prince de Wagram) (â 1911)
⹠Béthune
âą Bibescu (Bibesco)
âą FalcĂł (Duque de Bivona, Duque de FernĂĄn NĂșñez)
âą Blacas dâAulps
âą Boncompagni-Ludovisi (Principi di Piombino)
âą Borghese
âą Borromeo (Principe di Angera)
âą Silva (Duque de Bournonville)
⹠Cossé-Brissac (Duc de Brissac)
âą Hood (Herzog von Bronte)
âą Broglie
âą Scott (Duke of Buccleuch und Duke of Queensberry)
âą Temple-Nugent-Brydges-Chandos-Grenville (Duke of Buckingham and Chandos) (â 1889)
âą BĂŒlow (â 1929)
âą Alvares Pereira de Melo (Herzog von Cadaval)
âą Caetani und Gaetani dellâAquila dâAragona
âą Caffarelli (â 19. Jhdt.)
âą Duque de Calvo Sotelo
âą Duque de Canalejas
âą Cantacuzino
âą Caracciolo
âą Caradja
âą Carafa
âą Caravita (Principe di Sirignano)
âą Guerrero-Burgos y FernĂĄndez de CĂłrdoba (Herzog von Cardona)
âą Carpegna Falconieri
âą Carolath-Beuthen
âą Carrega Bertolini (Principe di Lucedio)
⹠Pérusse (Duc des Cars)
âą Castelbarco-Albani-Visconti-Simonetta (Principe di Montignano)
âą Castellane (Duque de AlmazĂĄn de Saint Priest)
âą Muntadas (Duque de los Castillejos)
âą ArrĂłspide (Duque de Castro-EnrĂquez)
⹠Sånchez-Navarro (Duque de Castro-Terreño)
âą Cattaneo della Volta (Principe di Sannicandro)
âą Caumont (Duc de La Force)
⹠Rougé (Duque de Caylus)
âą Centurione-Scotto
âą Chastellux (Duc de Rauzan Duras)
âą Chigi
âą Choiseul-Praslin (Duc de Praslin)
âą Collalto
âą ColĂłn (Duque de Veragua, Duque de la Vega de la Isla de Santo Domingo)
âą Colonna
⹠Egaña (Duque de la Conquista)
âą Corsini
âą Cowper (Prinz von Nassau dâAuverquerque) (â 1905)
âą Czartoryski
âą CzetwertyĆski
âą Dadeschkeliani
âą Dadiani (FĂŒrst von Mingrelien)
âą Dampierre (Duca di San Lorenzo) (â 2004)
âą Espinosa de los Monteros (Duque de Dato)
âą Decazes und GlĂŒcksberg (Decazes de GlĂŒcksbierg)
âą Demidoff di San Donato (â 1943)
âą Dentice (Principe di Frasso, di San Vito e di Crucoli)
âą Cavendish (Duke of Devonshire)
âą Dolgoruky
âą del Drago (Principe di Mazzano e Antuni)
âą Sackville (Duke of Dorset) (â 1843)
âą Dschawachischwili (Javakhishvili)
âą Drucki-Lubecki
âą Beauvau-Craon y Patiño y BorbĂłn (Duque de DĂșrcal)
âą ElĂo (Duque de ElĂo)
âą Borja de Soto (Herzog von Escalona, Herzog von FrĂas)
âą Bustos (Duque de Estremera)
âą Faucigny-Lucinge
âą Goyon (Duc de Feltre)
âą Medina (Duque de Feria)
âą FernĂĄndez de CĂłrdoba (Herzog von Medinaceli, Herzog von Cardona, Duque de AlcalĂĄ de los Gazules, Duque de Camiña, Duque de Ciudad Real; Seitenlinie: Duque de AriĂłn, Duque de CĂĄnovas del Castillo; 2013 erloschene Linie: Duque de Denia, Duque de Tarifa; ĂŒber weibliche Erbfolge an die Familie de Medina gefallene Titel der FernĂĄndez de CĂłrdoba: Herzog von Santisteban del Puerto, Herzog von Feria, Duque de Sergobe)
âą Ferrari (Duca di Galliera, Principe di Lucedio) (â 1917)
âą Festetics de Tolna
âą Franco (Titel 2022 entzogen)
âą Carnegie (Duke of Fife)
âą Filangeri (FĂŒrsten von Mirto, Santa Flavia und CutĂČ) (â )
âą Frangipani (Duca di Mirabello)
âą Gagarin
âą MesĂa Figueroa (Duque de Galisteo)
âą Gallarati Scotti (Principe di Molfetta, Duca di San Pietro in Galatina)
âą Gantimurow (Gantimouroff)
âą Gelowani
âą GiedroyÄ
âą Ginori Conti
âą Giustiniani Bandini
âą Golizyn (Galitzin)
âą Gonzaga di Vescovato
âą Alvarez de las Asturias Bohorques (Duque de Gor)
âą Gortschakow
âą FitzRoy (Duke of Grafton)
âą Gramont (Duc de Gramont, Duc de Guiche, Duc de Lesparre)
âą Martos (Duque de Granada de Ega)
âą Gravina
âą MĂĄrquez (Duque de Grimaldi)
âą Guise (Prince de Lambesc, Duc dâElbeuf) (â 1825)
âą Gurieli (in Gurien)
âą Douglas (Duke of Hamilton)
âą Hanau zu HoĆovice (Prinzen von Ardeck)
âą Harcourt
âą Hardenberg
âą Hercolani
âą Hessenstein (â )
âą Hochberg (FĂŒrst von PleĂ)
âą Hohenberg
âą Horn (Prince de Hornes) (â 1826)
âą Hoces (Duque de Hornacuelos)
âą Bustos (Duque de Huete)
âą Imperiali
âą Arteaga (Duque del Infantado, Duque de Francavilla)
âą Innhausen und Knyphausen (â 1978)
âą JabĆonowski
âą Khilkoff
âą Kinsky
âą Kropotkin
âą Kurakin
⹠Bragança e Ligne Sousa (Herzog von LafÔes)
âą Lamberg (â 1862)
âą Lancellotti (Massimo Lancellotti)
âą Lante Montefeltro della Rovere
âą Lancia (Lanza)
⹠Silva (Duque de Lécera)
âą Osborne (Duke of Leeds) (â 1964)
âą FitzGerald (Duke of Leinster)
âą Larios y FernĂĄndez de CĂłrdoba (Duque de Lerma)
âą LeszczyĆski
âą Leuchtenberg (Haus Beauharnais)
âą LĂ©vis-Mirepoix (Duc de Mirepoix, Duque de San Fernando Luis, FĂŒrst von Robecq)
âą Lichnowsky
âą Lieven
âą Ligne
âą Zuleta (Duque de Linares)
âą LĂłnyay
âą Lopuchin (Lopukhin)
âą Lopuchin-Demidow
âą Durfort de Civrac (Duc de Lorges)
⹠Mendoça (Duque de Loulé)
âą Lubomirski
âą Lucchesi Palli
âą dâAlbert (Herzog von Luynes)
âą Lwow
âą Lynar
âą Mac-Mahon (Duc de Magenta)
âą Montagu (Duke of Manchester)
âą Huerta (Duque de Mandas y Villanueva)
âą Manssyrew (Mansyreff, Manssyreff)
âą Casanova-CĂĄrdenas (Duque de Maqueda, Duque de SantĂĄngelo)
âą Walford Hawkins y BorbĂłn (Duque de Marchena)
âą Maresca (Duca di Serracapriola)
âą Spencer-Churchill (Duke of Marlborough)
âą Marmier (Duc de Marmier)
âą Marulli
âą Massalski
âą MassĂ©na dâEssling de Rivoli
âą Massimo
âą Mastrogiovanni Tasca Filingieri (Principe di CutĂČ, Duca di San Martino) (â 2000)
⹠Pérez-Maura (Duque de Maura)
âą Mavrokordatos
âą Medici (Principe di Ottajano, Duca di Sarno)
âą GonzĂĄlez de Gregorio (Duque de Medina Sidonia)
âą Meli-Lupi (Principe di Soragna)
âą Melzi dâEril (Duca di Lodi)
âą Mensdorff-Pouilly-Dietrichstein (â 1964)
âą Merode
âą Meschtscherski (Meshchersky)
âą Milano Franco dâAragona
âą Silva (Duque de Miranda)
âą Moctezuma (Duque de Moctezuma de Tultengo)
âą Moncada (Principe di PaternĂČ, Principe di Monforte)
âą Monroy (Principe di Pandolfina, Principe di San Giuseppe, Duca di Giampilieri)
âą Bustos (Herzog von Montalto)
âą Vannucci (Duque de Montealegre, 1633)
âą Castillejo (Duque de Angio de Montealegre, 1927)
âą Lannes (Duc de Montebello)
âą Pignatelli de AragĂłn (Duque de Monteleone)
âą FalcĂł (Duque de Montellano)
âą Osorio de Moscoso (Duque de Montemar)
âą Montenuovo (â 1951)
âą Montesquiou-Fezensac
âą Montevecchio Martinozzi Benedetti (Duca di Ferentillo) (â 2005)
âą Montmorency (â 1878)
âą Graham (Duke of Montrose)
âą Morny
âą Mortemart: siehe Rochechouart
âą Mourousis
âą Murat
âą Travesedo (Duque de NĂĄjera)
âą Napoli (Duca di Resuttano, Duca di Bonfornello)
âą Theodoli Braschi (Duque de Nemi)
âą Pelham-Clinton (Duke of Newcastle-upon-Tyne) (â 1988)
âą Ney (Duc dâElchingen)
âą Noailles
⹠Egaña (Duque de Noblejas)
âą Balbo Bertone di Sambuy (Duque de Nochera)
âą Fitzalan-Howard (Duke of Norfolk)
âą Percy (Duke of Northumberland)
âą Notarbartolo (Principe di Sciara e di Castelreale; Principe di Furnari e Duca di Villarosa)
âą Obolenski
âą Odescalchi
âą Oginski
âą Orlow
âą Orsini
âą Ostrogski
âą TĂ©llez-GirĂłn (Herzog von Osuna, Herzog von GandĂa, Herzog von Arcos, Herzog von Benavente, Duque de Medina de RĂoseco, Duque de Uceda)
âą Paar
âą Pacelli
âą PĂĄlffy
âą Sousa Holstein (Herzog von Palmela)
âą Granzow de la Cerda (Duque de Parcent)
âą Osorio y Malcampo (Duque del Parque)
âą Turrisi Grifeo (Principe di Partanna, Principe di Palagonia)
âą de la Blanca Finat (Duque de Pastrana)
âą PaternĂČ (Duca di Carcaci, Principe di Biscari, di Val di Savoja, Duchi di San Nicola, Duchi di Pozzomauro)
âą Perrelli Tomacelli Filomarino (Duca della Torre di Teverolaccio, Principe di Squinzano, Duca di Cutrofiano, Duca della Torre a Mare, Duca di Monasterace, Principe di Boiano)
âą Pignatelli (FĂŒrst von Belmonte) (â )
⹠Barrera y Pérez-Seoane (Duque de Pinohermoso)
âą Pironti (Duca di Campagna)
âą SolĂs-Beaumont (Duque de Plasencia)
⹠Chalençon (Duc de Polignac)
âą Poniatowski
âą PoniĆski (â 1920)
âą Porcia
âą Cavendish-Bentinck (Duke of Portland) (â 1977)
âą Muntadas (Duque de Prim)
âą Putbus
âą Puzyna
âą Radolin
âą RadziwiĆĆ
âą Rasponi Ottoboni (Duca di Fiano) (â )
âą FernĂĄndez del Valle (Duque de Regla)
âą Repnin
âą Munoz (Duque de RiĂĄnsares)
âą Riario Sforza
âą La Chapelle de Saint-Jean de Jumilhac (Duc de Richelieu) (â 1952)
âą Riquet (Prince de Caraman, FĂŒrst von Chimay)
âą Sainz (Duque de Rivas)
âą La Rochefoucauld
âą Rohan-Chabot (des Stammes Chabot)
âą Romanowsky
âą Rospigliosi
âą Rosso (des Stammes Hauteville)
âą Innes Ker (Duke of Roxburghe)
âą Weyler (Duque de RubĂ)
âą Ruffo di Calabria
âą Ruspoli (Principe di Cerveteri, Principe de Poggio Suasa, Duque de la Alcudia, Duque de Sueca)
âą Manners (Duke of Rutland)
âą Sabran-PontevĂšs
âą Beauclerk (Duke of St. Albans)
âą Saldanha
âą Sallier de La Tour (Sallier della Torre, Principe di Castelcicala, Duca di Calvello)
âą FernĂĄndez-Villaverde (Duque de San Carlos, Duque de Santo Mauro)
âą Sanfelice
âą Ć antiÄ
âą Melgarejo (Duque de San Fernando de Quiroga)
âą Sangro (Duca di Sangro, Principe di Fondi)
âą Sanguszko
âą Osorio (Duque de San Lorenzo de Valhermoso)
âą San Martino/Sammartino (Principe del Pardo, Duca di Ramondetto, Duca di Montalbo)
âą Castillejo (Duque de San Miguel)
âą Medinilla (Duque de San Pedro de Galatino)
âą Costa Sanseverino (Principe di Bisignano)
âą MĂĄrquez (Duque de Santa Cristina)
âą Medina (Duque de Santisteban del Puerto)
âą AlcĂĄzar (Duque de Santo Buono)
⹠Mitjans (Duque de Santoña)
âą Sapieha
âą Schachowskoi
âą Schirinski
âą Schtscherbakow
âą Vilallonga y MartĂnez de Campos (Duque de Seo de Urgel)
âą Serra (Duca di Cassano)
âą BarĂłn (Herzog von Sessa, Duque de Atrisco)
âą Sforza-Cesarini (Duca di Segni)
âą Simonetti (Principe di Musone)
âą Seymour (Duke of Somerset)
âą Llanza (Duque de Solferino)
âą Ruiz de Bucesta y Osorio de Moscoso (Duque de Soma, Duque de Medina de las Torres)
âą Somma (Principe di Colle)
âą MartĂnez de Irujo (Duque de Sotomayor)
âą Soult (Duc de Dalmatie)
âą Soutzo(s)
âą Spadafora
âą Spinola
âą De Spucches (Principe di Galati, Duca di Caccamo e di Santo Stefano)
âą Stagno (Principe di Montesalso, di Alcontres e Palizzi)
âą Stirbei
âą Suchet (Duc dâAlbufera)
âą SuĂĄrez
âą SuĆkowski
âą Egerton (Duke of Sutherland)
âą Ćwirski
âą Swjatopolk-Mirski (Svyatopolk-Mirsky, ĆwiatopeĆk-Mirski)
âą Silva (Duque de Talalavera de la Reina)
⹠Talleyrand-Périgord und Sagan
âą MesĂa (Duque de Tamames)
âą Parra Villate (Duque de TarancĂłn)
âą Teck (Herzog von Teck, Marquess of Cambridge)
âą Manuel de Vilhena (Herzog von Terceira)
âą Cierva (Duque de Terranova)
âą OâDonell von Tyrconell (Duque de TetuĂĄn)
âą Tomacelli-Filomarino (Herzog von Atri, Duca di Monasterace)
âą Tomasi di Lampedusa (â 1962)
âą Torlonia (Principe di Civitella Cesi)
âą MartĂnez de Campos (Duque de la Torre)
âą Tosti (Duca di Valminuta)
âą Figueroa (Duque de las Torres, Duque de Tovar)
âą La Tour dâAuvergne (â 1896)
âą La Tour dâAuvergne-Lauraguais (1859)
âą La TrĂ©moille (â 1933)
âą Trigona (Principe di SantâElia, Principe di Calvaruso, Duca di Misterbianco, Duca di Gela)
âą Trivulzio (Principe di Musocco)
âą Trubezkoi
âą Tschkotua (Tchkotua, Tchkotoua)
âą PĂ©rez de GuzmĂĄn (Duque de TâSerclaes)
âą Tumanischwili (Tumanow)
⹠Latorre y Téllez-Girón (Duque de Uceda)
âą Uchtomski
âą QuirĂłs (Duque de la UniĂłn de Cuba)
âą Urach
âą Ursel
âą Urusov (Ouroussoff)
âą Crussol (Herzog von UzĂšs)
âą NarvĂĄez (Duque de Valencia)
âą Valguarnera (Principe di Niscemi)
âą Vanni Calvello (Principe di San Vincenzo, Duca dâArchirafi)
âą Ventimiglia
âą Montesino-Espartero (Duque de la Victoria)
âą OraĂĄ (Duque de la Victoria de las Amezcoas)
âą Urzaiz y Azlor de AragĂłn (Herzog von Villahermosa, Duque de la Palata)
âą Visconti (Duca di Modrone, Duca di Grazzano)
âą SĂĄnchez de Toca (Duque de Vista Alegre)
âą GarcĂa Loygorri (Duque de Vistahermosa)
âą Wassiltschikow (Vassiltchikov)
âą Wellesley (Duke of Wellington, Duque de Ciudad Rodrigo)
âą Grosvenor (Duke of Westminster)
âą Wolkonski
âą Woroniecki
âą Woronzow (Vorontsov)
âą Wrede
âą Ypsilantis
Hoher Adel auĂerhalb Europas
Es gibt regierende Dynastien und damit Hohen Adel auch auĂerhalb Europas, beispielsweise das Königshaus der Alawiden in Marokko, der Haschimiten in Jordanien, die Dynastie der Saud, die Said-Dynastie in Oman, die Emire von Bahrain, Katar, Kuwait und der Vereinigten Arabischen Emirate. In Asien herrschen bis heute das Japanische Kaiserhaus (die Ă€lteste ununterbrochene Erbmonarchie der Welt, der Legende nach seit 660 vor Christus, urkundlich nachweisbar seit etwa 540 nach Christus), die Chakri-Dynastie in Thailand, die Norodom in Kambodscha (seit 1993 wieder regierend), das Königshaus Wangchuk in Bhutan und die Sultane von Brunei. In Malaysia herrscht eine rotierende Wahlmonarchie von neun Sultansfamilien. Ferner gibt es kleine Königreiche wie Lesotho, Eswatini, Tonga. Das britische Königshaus stellt zugleich auch das Staatsoberhaupt in fĂŒnfzehn auĂereuropĂ€ischen LĂ€ndern und Territorien, den Commonwealth Realms.
Es gab auch in Europa regierende islamische HerrscherhĂ€user (die niemals in den âchristlichenâ Gotha aufgenommen wurden), beispielsweise das Sultanshaus der Osmanen (das 1453 die im Byzantinischen Reich regierenden Palaiologen vertrieben hatte), die Krim-Khane aus dem Hause Giray oder die albanischen FĂŒrsten Zogu. Zum europĂ€ischen Hochadel zĂ€hlen die russischen FĂŒrstenhĂ€user, selbst wenn diese vereinzelt nicht-europĂ€ischer Herkunft sind, wie die sibirisch-mongolischen Gantimurow.
Ein auĂereuropĂ€isches christliches Kaiserhaus war die Salomonische Dynastie in Ăthiopien. Im Kaiserreich Brasilien regierte von 1822 bis 1889 eine Linie des portugiesischen Königshauses Braganza, wĂ€hrend das Erste und Zweite mexikanische Kaiserreich nur kurzlebig waren. Eine historische KuriositĂ€t ist die Aufnahme des 1520 von den Spaniern in Mexiko gestĂŒrzten aztekischen Herrscherhauses Moctezuma in den spanischen Hochadel. Zu den ehemals regierenden HĂ€usern zĂ€hlen ferner die bis 1912 (bzw. 1945) in China herrschende Qing-Dynastie, die Timuriden (bis 1857 GroĂmoguln von Indien), die Nguyá»
n-Dynastie in Vietnam oder das erst 2007 gestĂŒrzte Königshaus Malla in Nepal. Ferner gab und gibt es in vielen Erdteilen lokale FĂŒrstenfamilien wie die indischen Maharadschas oder die afrikanischen Stammeskönige.cite-ref-19[19]
Siehe auch
Literatur
âą Liste der mediatisierten und standesherrlichen fĂŒrstlichen und grĂ€flichen HĂ€user. In: Heinz Gollwitzer, Die Standesherren. Die politische und gesellschaftliche Stellung der Mediatisierten 1815â1918. 2. Auflage. Göttingen 1964, S. 352â354.
âą Almanach de Gotha, Gotha 1840, 1885, 1901 und 1930.
âą Georg von Alten: Handbuch fĂŒr Heer und Flotte, Band IV. Berlin 1912.
âą Fredrik Ulrik Wrangel: Die souverĂ€nen FĂŒrstenhĂ€user Europas, IâII. Stockholm und Leipzig 1899.
Weblinks
âą Literatur von und ĂŒber Hoher Adel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Website genealogy.euweb.cz (mit Genealogien der europĂ€ischen Königs-, Herzogs- und FĂŒrstenhĂ€user)
âą Website Almanach de Gotha (mit Genealogien der europĂ€ischen Königs-, Herzogs- und FĂŒrstenhĂ€user)
âą Website The Heirs of Europe (teilweise mit Genealogien der europĂ€ischen FĂŒrstenhĂ€user)
âą Website The Peerage (A genealogical survey of the peerage of Britain as well as the royal families of Europe)
Anmerkungen und Belege
cite-note-11. â Die Territorien reichsstĂ€ndischer Familien konnten sich somit auf dem Gebiet der heutigen Staaten Bundesrepublik Deutschland, Ăsterreich, Schweiz, Liechtenstein, Tschechien, Slowenien, Niederlande, Luxemburg, Teilen Belgiens, dem nördlichen Drittel Italiens (Reichsitalien) sowie in Teilen des heutigen Frankreichs befinden, und zwar in Lothringen, Elsass und Burgund; im heutigen Polen jedoch nur in den vormals zum deutschen Kaiserreich zĂ€hlenden Gebieten Schlesien, Pommern, Ost- und WestpreuĂen sowie in den einst zur Habsburgermonarchie zĂ€hlenden Territorien in Galizien (heute teils polnisch, teils ukrainisch) und der Bukowina (heute Ukraine), nicht aber beispielsweise in Ungarn.
cite-note-22. â So erloschen etwa sĂ€mtliche reichsunmittelbaren HĂ€user der Schweiz bereits im SpĂ€tmittelalter, darunter die Habsburg-Laufenburger, Kyburger, Lenzburger, Thiersteiner, Rapperswiler, Toggenburger oder Werdenberger; die rheinischen Grafen von Katzenelnbogen 1479, die thĂŒringischen Grafen und zuletzt FĂŒrsten von Henneberg 1583, die Schenken von Limpurg 1713 und die ostfriesischen FĂŒrsten aus dem Hause Cirksena 1744.
cite-note-33. â So wurden die bis heute blĂŒhenden Dohna bereits um 1400 aus ihrer reichsunmittelbaren Grafschaft vertrieben; die Grafen von Mansfeld wurden 1580 in wirtschaftlicher Notlage von Kursachsen und Magdeburg mediatisiert, 1594 und 1696 erhielten Mansfelder Linien den Reichs(titular)fĂŒrstenstand; die kurzzeitige Grafschaft Rantzau wurde 1726 wieder aufgelöst; das Haus Ligne erreichte erst 1792 die Reichsstandschaft und verlor sie 1804 durch Verkauf schon wieder; 1803 verkauften auch die Grafen Nostitz ihren Anteil an der reichsunmittelbaren Grafschaft Rieneck an die Colloredo. Ein Sonderfall waren die HerzogtĂŒmer in Schlesien, die zwar zumeist von Zweigen der Schlesischen Piasten und damit des ursprĂŒnglichen polnischen Königshauses regiert wurden, sich jedoch bereits bei ihrer Loslösung aus dem Verband der polnischen HerzogtĂŒmer Mitte des 14. Jahrhunderts der Böhmischen Krone und damit einem der KurfĂŒrsten des Heiligen Römischen Reiches lehnsrechtlich unterstellten; sie gelangten daher bereits als landesunmittelbare (und nicht reichsunmittelbare) FĂŒrsten in das Reich und erlangten nie die Reichsstandschaft; sie waren daher nicht im Reichstag, sondern im Schlesischen FĂŒrstentag vertreten.
cite-note-44. â So stehen etwa die österreichischen FĂŒrsten Orsini-Rosenberg in der II. Abteilung, die ungleich bedeutenderen römischen FĂŒrsten Orsini (deren Namen die österreichische Familie sich angemaĂt hatte) hingegen in der III. Abteilung.
cite-note-55. â Nur sehr vereinzelt sind in der nachmittelalterlichen Neuzeit Geschlechter aus dem BĂŒrgerstand bis in den Hohen Adel emporgestiegen, etwa die Medici zu GroĂherzögen von Toskana, einige sogar auf Kaiser- und Königsthrone, so die Bonaparte und ihre AnhĂ€nger (darunter die Bernadotte) oder auf dem Balkan die HĂ€user KaraÄorÄeviÄ, NjegoĆĄ oder Zogu. Ansonsten gehören die (regierenden oder vormals regierenden) HĂ€user der âErsten Abteilungâ des Hohen Adels Europas sĂ€mtlich dem Uradel an und zĂ€hlten zumeist bereits im Hochmittelalter zu den fĂŒhrenden Dynastengeschlechtern. In der âZweiten Abteilungâ (den mediatisierten deutschen FĂŒrsten) befinden sich als einziges briefadeliges Geschlecht die Fugger (vergleichbar waren die ebenfalls aus dem BĂŒrgerstand aufgestiegenen Eggenberg bis zu ihrem Erlöschen Anfang des 18. Jahrhunderts reichsunmittelbar). In der âDritten Abteilungâ (bei den TitularfĂŒrsten) gibt es etwas mehr Beispiele, neben den Biron von Curland oder Wrede etwa die österreichischen Paar, die belgischen Ursel, die italienischen Torlonia oder die russischen Demidow. â In Ăsterreich-Ungarn sprach man jedoch auf allerhöchste Anweisung statt vom âUradelâ vom âalten Adelâ, um die in der Habsburger Monarchie seit langem ĂŒblichen und ĂŒbermĂ€Ăig zahlreichen Nobilitierungen (siehe Briefadel) einschlieĂlich inflationĂ€rer Standeserhöhungen aufzufangen, die zwar nicht dem konkret ausgelegten Begriff âUradelâ gerecht werden konnten, aber zumindest teilweise einem weniger definierten Begriff âalter Adelâ zuordenbar sind. Dieser spezifisch österreichische Begriff erfasst daher den Uradel sowie den frĂŒhen Briefadel.
cite-note-66. â Die jeweilige Nachfolge in die Position des Oberhaupts eines Hauses des historischen Hochadels wird gemÀà dem ĂŒberlieferten FĂŒrsten- und Hausrecht angetreten, welche ein Spezialgebiet des historischen Adelsrechts sind. Der Deutsche Adelsrechtsausschuss befindet ĂŒber fĂŒrstenrechtliche Fragen nur auf besonderen Antrag und rein gutachterlich, jedoch folgen die Eintragungen im Gotha gegebenenfalls einer entsprechenden Stellungnahme.
cite-note-77. â Zur konkreten Benutzung von Erstgeburtstiteln siehe: Benutzer:Stolp/Erstgeburtstitel
cite-note-88. â Die enorme Bedeutung zeremonieller und protokollarischer Fragen ergibt sich fĂŒr das 17. Jahrhundert beispielsweise aus den Memoiren der KurfĂŒrstin Sophie von Hannover (geschrieben 1680, veröffentlicht 2014), fĂŒr das frĂŒhe 20. Jahrhundert am Wiener Hof aus den Erinnerungen der Nora Fugger: Im Glanz der Kaiserzeit (Erstveröffentlichung 1932, Neuauflage 1989)
cite-note-99. â Diese Haltung beschreibt etwa Marcel Proust im Hinblick auf Emmanuel dâOrlĂ©ans, Herzog von VendĂŽme, und seine Frau Henriette von Belgien, die keine gesellschaftlichen BerĂŒhrungsĂ€ngste hatten, recht einprĂ€gsam: âDie Prinzen von GeblĂŒt wissen, dass sie Prinzen sind, sie sind keine Snobs und fĂŒhlen sich im ĂŒbrigen allen gegenĂŒber, die nicht ihres Blutes sind, derart erhaben, dass ihnen Grandseigneurs und Bourgeois, tief unter ihnen, fast auf demselben Niveau erscheinen.â â Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Band 2 (Im Schatten junger MĂ€dchenblĂŒte), Teil I (Im Umkreis von Madame Swann)
cite-note-1010. â Franz von Bayern (mit Marita Krauss): Zuschauer in der ersten Reihe: Erinnerungen. C. H. Beck, 2023, ISBN 978-3-406-79708-8, S. 149.
cite-note-1212. â Verzeichnis der deutschen Standesherren: 1869 in der Google-Buchsuche.
cite-note-1313. â Bis heute halten einige der mediatisierten HĂ€user der II. Abteilung die gröĂten privaten Waldbesitze in Deutschland: Thurn und Taxis: 20.000 ha, FĂŒrstenberg: 18.000 ha, Hohenzollern-Sigmaringen: 15.000 ha, Hatzfeldt-Wildenburg: 15.000 ha, Sayn-Wittgenstein-Berleburg: 13.100 ha, Oettingen-Wallerstein: 11.000 ha, Waldburg-Zeil: 10.000 ha sowie in Ăsterreich: EsterhĂĄzy: 28.300 ha, Liechtenstein: 24.000 ha, Schwarzenberg: 23.280 ha. Quelle: Waldprinz.de am 28. Juni 2014: Waldbesitzer: Wem gehört der Wald?
cite-note-1414. â Standesherren. In: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 18: SchönebergâSternbedeckung. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 845â846 (Digitalisat. zeno.org).
cite-note-1515. â Die regierende Linie Limburg-Styrum-Gemen erlosch bereits vor der Mediatisierung 1800, die 1806 mediatisierte Linie Limburg-Styrum-Styrum erlosch 1809, weshalb das Geschlecht nicht im Verzeichnis der Deutschen Standesherren von 1869 und im Hofkalender 1917 aufgefĂŒhrt war. Die einzige heute noch existierende Linie Limburg-Styrum-Bronkhorst-Borculo hatte ihre reichsunmittelbaren Herrschaften bereits im 18. Jahrhundert verĂ€uĂert und wurde spĂ€ter in den niederlĂ€ndischen und belgischen Adel inkorporiert. Als direkte Nachfahrenlinie der Grafen von Berg gehören sie jedoch zu einem der Ă€ltesten reichsunmittelbaren Dynastengeschlechter Westfalens.
cite-note-1616. â Sternberg-Manderscheid war nicht im Verzeichnis der Deutschen Standesherren 1869 und im Hofkalender 1917 aufgefĂŒhrt, da die vormals reichsunmittelbare Linie 1835 erlosch und die bis heute existierenden böhmischen Linien keinen standesherrlichen Status besaĂen.
cite-note-1717. â Die Toerring standen nicht im Verzeichnis der Deutschen Standesherren 1869, wohl aber im Hofkalender 1917, da die 1806 mediatisierte Linie Toerring-Gutenzell 1860 erlosch und der â zuvor nicht standesherrlichen â Linie Toerring-Jettenbach erst 1888 die Nachfolge zuerkannt wurde.
cite-note-1818. â Einige der HĂ€user der Dritten Abteilung haben in ihrer Geschichte allerdings doch zumindest zeitweise souverĂ€n (oder jedenfalls halb-souverĂ€n) regiert, beispielsweise Bagration in Georgien, Biron von Curland in Kurland, Dadiani in Mingrelien, Boncompagni im Herzogtum Sora und im FĂŒrstentum Piombino, Murat in Berg und Neapel.
cite-note-1919. â In vielen afrikanischen Staaten spielen die Stammeskönige eine â oft auch verfassungsrechtlich verankerte â Rolle als traditionelle OberhĂ€upter und ReprĂ€sentanten ihrer StĂ€mme sowie Verwalter von LĂ€ndereien, die diesen zugeordnet sind; ihre Hofhaltung wird meist aus staatlichen Budgets subventioniert, so etwa in der Republik SĂŒdafrika u. a. der König der Zulu. In Neuseeland, dessen Staatsoberhaupt der britische Monarch ist, gibt es die Könige der MÄori.